Fatales Signal
Der heutige Gefangenenaustausch zwischen der Hisbollah und Israel läßt sich eigentlich nicht als solcher bezeichnen. Schließlich impliziert der Begriff die gengenseitige Überstellung von Menschen, die sich in Gewahrsam befinden.
Genau das geschieht jedoch nicht. Die israelischen Soldaten Goldwasser und Regev sind tot - ihre Mörder triumphieren. Nicht nur haben sie erfolgreich bewiesen, daß Israel bereit ist, sich erpressen zu lassen, sondern als Dreingabe gibt es noch eine Riege zu Nationalhelden verklärter Mörder dazu.
Ein schlechteres Geschäft hätte Israel nicht machen können. Es ist zwar für die Familien der Opfer eine Befreiung von der Ungewißheit über das Schicksal ihrer Angehörigen. Sie sind dennoch tot und nichts wird sie wieder zum Leben erwecken.
Bei allem Respekt vor dem Wunsch nach einer angemessenen Bestattung der Toten sollte das Sicherheitsinteresse der Lebenden im Vordergrund stehen.
Die Freilassung von lebenden, verurteilten Verbrechern im Austausch gegen Leichen gleicht einem Kniefall vor den Islamisten, deren Macht trotz europäischer Symbolpolitik im Libanon wieder gewachsten ist. Waffenlieferungen aus dem Iran über Syrien haben nach dem Krieg nie wirklich aufgehört. Im Libanon faßt die Hisbollah wieder Fuß und ein symbolträchtiges Ergeignis, wie die bedingungslose - die sterblichen Überreste haben für die Hisbollah schließlich keinen Wert - Herausgabe von inhaftierten Verbrechern wie Samir Kuntar wird Nasrallahs Mannen weiter Auftrieb geben.
Die Front im Norden wird dadurch immer gefährlicher. Entführungen lohnen sich, ist die Botschaft an die Islamisten. Gleichzeitig bedeutet ein von der Hisbollah dominierter Libanon eine zweite Front im Konflikt mit dem Iran.
Es ist an der Zeit, daß sich Europa darüber im Klaren wird, daß es Freiheit und Wohlstand dem Engagement der Amerikaner während des Kalten Krieges zu verdanken hat. Solidarität und Unterstützung für die einzige - stabile - Demokratie im Nahen Osten wäre ein erster Anfang, um die Region zu stabilisieren. Stattdessen machen deutsche Unternehmer weiter munter Geschäfte mit den Mullahs in Teheran und leisten ihren Beitrag dazu, das Regime an der Macht zu halten.
Der Hinweis auf Russen und Chinesen, die gerne in freiwerdende Breschen springen wollen, würden sich europäische Firmen zurückziehen, reicht nicht aus. Afrika überläßt man schließlich auch den Chinesen und stört sich nicht an Moral, während man mit dem Finger auf Amerika zeigt und Kriegstreiberei vorwirft.
Allerdings hat George Bush noch nie die Freilassung von verurteilten Mördern mit moralischer Folter von Angehörigen Gefallener erpreßt, noch hat je ein amerikanischer Präsident mit einem Holocaust gedroht.
Der Kampf gegen Islamismus und Terror gewinnt man nicht durch Zugeständnisse an Hibollah, Taliban oder Al Quaida, sondern nur mit entschlossenem Vorgehen gegen alle Elemente, die dem Westen mit Vernichtung drohen!

